Geflüchtete Frauen organisieren eine Suppenküche für wohnungslose und bedürftige Menschen
Die Bilder aus Chemnitz gehen unter die Haut, das erste Mal sprachen Medien von „Unruhen“ –Tausende Menschen zogen durch die Straßen, nationalistische Parolen wurden skandiert. Die Bilder machen Angst. Wir machen aber einen Fehler, wenn wir diese Menschen als „rechten Mob“ beschimpfen und ihnen sämtlich neonazistisches Gedankengut unterstellen. Sicher gibt es genau diese, viele andere aber haben Angst. Angst, das wenige, was sie besitzen, zu verlieren in der Vorstellung, die „Fremden“ nähmen ihnen das weg. Sie haben Angst vor dem weiteren gesellschaftlichen Abstieg und haben offene Ohren für die Propaganda von Rechtsaußen. Sie haben eine gesicherte Existenz, wenngleich diese oft nur aus einer kleinen Neubauwohnung und dem Hartz-IV-Satz besteht. Es gibt in Deutschland jedoch viele, die haben nicht einmal das: Es sind die Wohnungslosen, nicht nur die offensichtlichen in den U-Bahnen der Stadt, sondern auch die Menschen, die versteckt auf Parkbänken und in Bushaltestellen ihre ganze Energie dafür verwenden, dass ihnen niemand ihre Obdachlosigkeit ansieht – gerade unter den letzten sind auch eine Menge Frauen.
In den Wintermonaten wird ihr Leben besonders hart. Hier hat Berlin ein dichtes Netz an Kältehilfen, Tagescafés und Suppenküchen geschaffen, so dass es schon mehrere Jahre hintereinander möglich war, dass die Stadt keine Kältetoten zu verzeichnen hatte.

In dieser Saison startet die milaa gGmbH – unterstützt von der Paulus-Gemeinde in Berlin Zehlendorf – ein besonderes Angebot: Die erste Suppenküche, die geflüchtete Frauen für wohnungslose und bedürftige Menschen organisieren!

Gekocht wird dreimal in der Woche deutsche Hausmannskost. Das haben die Geflüchteten, die sich zum „milaa-Betrieb“, einem Integrationsbetrieb innerhalb der milaa, zusammengeschlossen haben bereits gelernt, als sie ein Integrationsrestaurant im vergangenen Jahr eröffneten. Ob es einen Tag im Monat mal einen „interkulturellen Tag“ geben dürfe, an denen die Geflüchteten das kochen, was sie am besten können und was aus ihren Ländern stammt, wolle man durch Befragungen der Gäste herausbekommen, wenn die Suppenküche erst einmal problemlos laufe. Bis dahin gibt es Kartoffelsuppe, Kassler mit Sauerkraut, vegetarische Nudelpfanne … Der Einkaufspreis muss streng im Auge behalten werden, denn das Essen wird rein aus Spenden finanziert. Jeder Euro zusätzlich kann hier helfen, eine vielseitige, schmackhafte Kost zu gewährleisten.
Ebenso auf Unterstützung angewiesen ist die zusätzliche Betreuung der Geflüchteten – denn unser Ziel ist, dass die Frauen nicht nur dann kochen, wenn wir ihnen die Gelegenheit geben, sondern dass sie sich während ihrer Arbeit weiterbilden und in die Lage versetzt werden, ein eigenes Cateringunternehmen zu betreiben. Die Zukunft der heutigen Mitarbeiter von milaa-Betrieb ist in der Mitte der Gesellschaft, in eigenen Wohnungen, mit einem eigenen Geschäft. Ihr Einstieg ist die Solidarität mit denen, die weniger haben als sie.
Und so ist dies ein Projekt mit vielen Gewinnern: die Wohnungslosen freuen sich über gutes Essen und freundliche Betreuung, die geflüchteten Frauen starten in ihr Leben in Verantwortung. Und wir haben durch unsere Unterstützung mit Engagement und steuerlich absetzbaren Spenden einen Beitrag geleistet, dass in einem Land, so reich wie Deutschland, keiner auf der Straße hungern und frieren muss, dass die Angst vor dem Fremden einem Vertrauen weicht, was zum Zusammenhalt der Gesellschaft dient.
Wir bitten Sie um Ihre Unterstützung durch Spenden und Engagement.

Spendenkonto der milaa gGmbH

Empfänger: milaa gGmbH
Bank: KD-Bank eG
IBAN: DE86 3506 0190 0000 8428 42
BIC: GENO DE D1 DKD
Verwendungszweck: Aktion Warmes Essen

Spendenkonto der Gemeinde

Empfänger: Kirchenkreisverband Berlin-Südwest
IBAN: DE59 5206 0410 3403 9663 99
BIC: GENODEF1EK1
Verwendungszweck: „Paulus Zehlendorf/Warmes Essen"
(bitte unbedingt angeben)

 

 

 

Kontakt

Projektleitung Schwester Heike Erpel
Mobil: 0176 41802403
erpel@milaa-berlin.de

Presseanfragen richten Sie bitte an:
rupp@milaa-berlin.de


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