Flüchtlingseinrichtung für besonders schutzbedürftige Menschen wird in Lichterfelde eröffnet

Nach zwei Monaten Bauzeit werden Anfang September die ersten Bewohnerinnen und Bewohner in die Gemeinschaftsunterkunft am Ostpreußendamm 108 einziehen.


Die Gemeinschaftsunterkunft wird künftig bis zu 300 Flüchtlingen mit besonderem Schutzbedürfnis ein Zuhause bieten. Es ist eine von sechs Flüchtlingsunterkünften in modularer Bauweise, die vom Senat errichtet wurden.

In enger Zusammenarbeit mit dem Stadtteilzentrum Steglitz e.V. sowie mit dem Bezirksamt und dem Landesamt für Gesundheit und Soziales wurde dieses Projekt verwirklicht. Betreiber der Einrichtung ist die »milaa gGmbH« (Miteinander leben aber anders) – eine Tochter des Ev. Diakonievereins Berlin-Zehlendorf e.V.

Bei der Errichtung der Gemeinschaftsunterkunft wurden die Erfahrungen aus bereits realisierten Containerdörfern einbezogen. Mit vielen Details haben die Modulbaufirma Algeco, die gemeinnützige »milaa« als künftige Betreiberin und die Task Force des Bauherrn – das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) – einen wohnlichen Eindruck erreicht.

So wurde beispielsweise bei der Außengestaltung darauf geachtet, dass die einzelnen Wohnmodule leicht versetzt sind und mit Pastellfarben in blau, grün und gelb die Fassade farbenfroh, jedoch zurückhaltend gestaltet ist. Im Innern erinnert die Einrichtung an ein Fertighaus. Die drei Etagen der beiden Gebäude werden jeweils über zwei Treppenhäuser innen erschlossen und nicht wie in anderen Einrichtungen über außen am Gebäude angebrachte Treppentürme. Lange Flure wurden vermieden. Licht im Inneren spenden ansprechende runde Leuchten.

Die Etagen sind farblich unterschiedlich gestaltet, das erleichtert vor allem für Kinder die Orientierung. Es gibt die »grüne Etage« im Erdgeschoss mit Gemeinschaftsräumen, Spielzimmer, Hausaufgabenzimmer, Beratungs- und Betreuungszimmern und Abstellräumen für Kinderwagen und Sachspenden. In der »blauen Etage« im ersten Obergeschoss werden vor allem allein reisende Männer untergebracht und in der »gelben Etage« im zweiten Obergeschoss wird es Zimmer für Familien und Frauen mit Kindern geben. Zudem wird es vier behindertengerechte Wohnräume mit WC für acht Personen geben. Alles wurde nach neuesten ökologischen und energetischen Standards gefertigt. Die Einrichtung ist zunächst für zwei Jahre genehmigt.

Für alle Beteiligten war es eine Herzensangelegenheit das diese Unterkunft anders aussieht als andere. Immerhin werden von den 300 Bewohnern etwa Zwei Drittel, also 200 Menschen sein, die als besonders schutzbedürftig gelten. Dazu zählen alleinstehende Frauen mit Kindern, Behinderte, Schwangere, Homosexuelle und maximal 70 traumatisierte Menschen. Speziell für diese Schutzbedürftigen wurde die Anlage konzipiert. Deshalb wird auch die Betreuung intensiver ausfallen als in anderen Einrichtungen.

Der Betreiber »milaa«, im Juni 2015 gegründet und eine Tochtergesellschaft des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf e.V., und das Stadtteilzentrum Steglitz, das die Nachbarschaftsarbeit gestaltet, richten sich auf die spezielle Klientel ein. »Das Wichtigste ist der Geist, den man in ein Gebäude hineinträgt«, sagt Gisela Netzeband, Geschäftsführerin der milaa. Wertschätzung und Sinnstiftung seien aus Ihrer Sicht für ein gutes Miteinander wichtig. So soll beispielsweise ein Garten auf dem Grundstück angelegt werden an dem die Flüchtlinge mitarbeiten und selbst etwas anbauen können. Das großzügige Grundstück ermöglicht zudem besondere Angebote für Jugendliche. Die angrenzende “Dirtbahn” für BMX-Räder und Mountainbikes der Jugendwerkstatt Ostpreußendamm kann von den künftigen Bewohnern mit genutzt werden. Ein Beachvolleyballfeld soll ebenfalls noch angelegt werden.


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